Rückenschmerzen durch Verspannungen

Wer einmal darunter gelitten hat, vergisst den Schmerz nicht mehr allzu leicht: Muskuläre Verspannungen können sowohl im Rücken, in den Schultern als auch im Nacken auftreten. Bei jeder Bewegung schmerzt die verspannte Stelle, oft kommen Kopfschmerzen hinzu, manchmal auch Schmerzen im Arm.
Es gibt verschiedene Auslöser für muskuläre Verspannungen, leidet man beispielsweise unter psychischem Druck, kann es dazu kommen, dass man - oft unterbewusst - bestimmte Muskeln oder Muskelgruppen krampfartig anspannt.

Wie funktionieren Muskeln?

Nur wer weiß, wie Muskeln funktionieren und wodurch muskuläre Verspannungen ausgelöst werden, kann diese unangenehmen Schmerzen zukünftig auch vermeiden:
Wird die Grundspannung, über die jeder Muskel verfügt, durch dauerhaftes Anspannen überreizt, verkrampft sich der Muskel - oder im schlimmsten Fall die ganze Muskelgruppe. Dies ist nicht nur schmerzhaft, hinzu kommt, dass die betroffenen Muskeln nicht mehr richtig durchblutet werden. Bei fehlender Durchblutung entstehen Muskelverhärtungen, die schwer zu lockern sind und die Schmerzen auslösen, in schlimmen Fällen können diese Schmerzen sogar chronisch werden.

Die Rückenmuskulatur

Die menschliche Rückenmuskulatur muss ganz schön viel aushalten. Hier arbeiten Muskeln, die man solange nicht spürt, bis man unter Verspannungen leidet. Insgesamt sorgen 70 Muskeln für unseren aufrechten Gang, das Tragen des relativ schweren Schädels, die Bewegung des Nackens und teilweise auch der Arme. Viele Muskeln arbeiten hier zusammen oder aber im Wechsel. Damit das funktioniert, sollte die Rückenmuskulatur regelmäßig gestärkt werden. Viele Patienten reagieren erst, wenn sie schon unter muskulären Verspannungen oder anderen Rückenschmerzen leiden; besser ist es natürlich, möglichen Rückenschäden vorzubeugen. Dabei ist es wichtig, die gesamte Rückenpartie zu trainieren, anstatt nur einzelne Muskelgruppen. Oftmals verlagert sich dadurch eine Schmerzzone nur in eine andere Region des Rücken, denn untrainierte Muskeln sind immer die „leidtragenden“. Ein starker Muskel kann nicht die Arbeit eines schwachen mit übernehmen, also tauchen in den meisten Fällen erneute Schmerzen auf, wenn man auf einseitiges Training setzt.

Verkrampfung durch Stress und Kälte

Menschen, die ständig unter Stress stehen, verkrampfen sich leicht. Dadurch werden unbewusst und oft in ungünstiger Haltung Muskeln angespannt. Ein entspannendes Bad nach Feierabend, ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause oder ein paar Muskel lockernde Übungen – wenn nötig vor dem Computer - sorgen hierbei oftmals schon für erste Hilfe. Aber nicht nur ständiger Stress kann die Ursache für muskuläre Verspannungen sein. Wer ständig friert, zieht sich die Schultermuskeln zusammen – auch so können muskuläre Verspannungen entstehen. Auch langes unbewegtes Sitzen, zu wenig Sport, eine Überbelastung bestimmter untrainierter Muskelgruppen („Tennisarm“) oder Haltungsfehler können muskuläre Verspannungen auslösen.

Vorbeugung

Vorbeugend kann man muskulären Verspannungen durch das Tragen von Schals und Tüchern, auch sollten Patienten, die Probleme mit Verspannungen haben, lange Shirts oder Unterhemden tragen, Zugluft sowie Klimaanlagen vermeiden und bei geschlossenem Fenster Auto fahren.
Wenn es einen dann doch mal erwischt, ist Wärmezufuhr als erste Maßnahme gegen muskuläre Verspannungen zu empfehlen.

Hilfe bei muskulären Verspannungen

Wärmende Maßnahmen zur Muskelentspannung

Sobald man feststellt, dass ein oder mehrere Muskeln verspannt sind, sollte diese Stelle schnellstmöglich mit Wärme behandelt werden. Ein heißes Bad, Saunagänge, Wärmepflaster, Wärmekissen oder auch die gute alte Wärmflasche wirken bei muskulären Verspannungen oft Wunder. Die Muskulatur entspannt sich, Verkrampfungen lösen sich, die Schmerzen lassen nach. Ob Sie lieber ein heißes Bad nehmen, eine Wärmeflasche, ein Körner- oder Heizkissen oder Wärme durch Sauna oder Rotlicht bevorzugen, spielt hierbei keine Rolle. Ist eine kleinere Partie wie beispielsweise nur der Nacken verspannt, reicht es, nur an dieser Stelle mit Wärme entgegenzuwirken. Am besten lassen sich muskulären Verspannungen mit gezieltem Rücken-Muskulatur-Training (Link auf: Die Rückenmuskulatur) vermeiden.

Regelmäßige Wärmezufuhr bei häufigen Verspannungsbeschwerden

Leidet man häufig unter Verspannungen, ist es sinnvoll, die Muskulatur regelmäßig durch Wärmezufuhr zu entspannen. Beschränken sich die Verspannungen auf den unteren Rückenbereich, ist es ratsam, zusätzlich die Füße hochzulegen, um die Wirbelsäule zu entlasten. Die Beine sollten dabei einen 90°-Winkel einnehmen.

Das richtige Kissen

Patienten, die häufig unter muskulären Verspannungen leiden, sollten über ihre Schlafgewohnheiten, bzw. die richtige Wahl ihres Kissens nachdenken. Ein Kissen sollte den Kopf in der Ruhephase optimal stützen, um die Halswirbelsäule zu entlasten und die S-Form der Wirbelsäule zu unterstützen. Da es verschiedene Schlaftypen - und damit unterschiedliche Kopfhaltungen - gibt, muss jeder Kopf anders gestützt werden. Ein Rückenschläfer benötigt sicherlich ein dickeres Kopfkissen, als jemand, der hauptsächlich auf dem Bauch liegt. Bettet man den Kopf Nacht für Nacht auf dem falschen Kissen, können Verspannungen sowohl im Nacken-, im Halswirbel- oder im Rückenbereich die Folge sein. Auch die Ursache von häufigen Kopfschmerzen nach dem Aufstehen sind hier zu suchen.

Das Seitenschläferkissen

Ein gutes Seitenschläferkissen muss so geschaffen sein, dass der Kopf optimal gestützt wird, da er sonst seitlich wegkippen kann. Dies hat zur Folge, dass die Halswirbelsäule überstreckt, bzw. die Muskeln überdehnt werden. Das Kissen sollte also nicht zu weich sein. Es gibt verschiedene Arten von Seitenschläferkissen: Ob ein kleines, rollenartiges Kissen, das hauptsächlich den Nacken stützt oder ein größeres Kissen, muss jeder individuell entscheiden. Liegt man bequem und kann den Kopf und Hals gut entspannen, hat man meist auch die richtige Kissenwahl getroffen.

Das Rückenschläferkissen

Wer meistens auf dem Rücken schläft, sollte darauf achten, dass das Kissen den Raum zwischen Hinterkopf und den Schultern füllt. Auch hierbei gilt: Ob eher eine stützende kleine Nackenrolle oder ein dickeres, großes Kissen, sollte man am besten ausprobieren.

Das Bauchschläferkissen

Für den Bauchschläfer ist die Kissenwahl am kompliziertesten. Die Halswirbelsäule wird durch die seitliche Kopfhaltung sowieso schon stärker belastet als sonst. Durch ein Kissen wird der Kopf noch höher gebettet - die schiefe Haltung ist noch extremer. Je dicker also das Kissen, desto stärker werden Hals- und Rückenwirbel überdehnt. Seitenschläfer sollten also lieber ein flaches Kissen wählen, um dieser Dehnung entgegenzuwirken.